Schlagwort-Archiv: twint

Bancomat in China

Der Bancomat ist der grösste Gegner von Twint

Twint könnte in der Schweiz die Maestro- oder Kreditkarte ersetzen – wäre da nicht die fehlende Möglichkeit des Bargeldbezuges am Bancomat.

Twint will nicht nur Apple Pay die Stirn bieten, sondern generell zum nationalen elektronischen Standard für bargeldlose Einkäufe mutieren. Die Chancen für einen Durchbuch stehen aufgrund der Fusionspläne von Paymit (SIX) und Twint (Postfinance) nicht schlecht, vorausgesetzt die WEKO stimmt dem Unterfangen zeitnah zu.

Cash is still King – aber der Konsument wäre flexibel…

Otto Normalverbraucher ist durchaus bereit, bargeldlos zu bezahlen. Als Grundvoraussetzung gilt eine einfache Anwendbarkeit (Neudeutsch: Usability) und eine hohe Akzeptanz. Ersteres kann Twint durchaus bieten – die Payment Lösung ist selbst erklärend, und nach ersten Kinderkrankheiten soweit stabilisiert, dass dem Bezahlvorgang durchaus ein gewisser Spassfaktor abzugewinnen ist und mit dem Hinterlegen von Loyalty-Karten auch das Sammeln von Benefit-Punkten noch einfacher fällt. Leider lässt sich jedoch Zweiteres nicht erzwingen: Auch wenn die Anzahl der Akzeptanzstellen für bargeldlose Einkäufe aufgrund des für den Herbst angekündigten Rollouts über sämtliche SIX-Terminals massiv in die Höhe schnellen wird, ist nicht davon auszugehen, dass der eben zitierte „Otto“ das Haus zukünftig ohne Kredit- oder Maestro-Karte verlassen wird. Der Grund dafür ist in untenstehender Grafik ersichtlich:

Statistik SNB - Kartentransaktionen
Statistik SNB – Kartentransaktionen

Noch immer ist Bargeld das Liebkind der Schweizer. Den im Jahre 2014 via Debitkarten (Maestro-Karten  & Co.) umgesetzten CHF 33’600 Mio. stehen über CHF 25’700 Mio.  Bargeldbezüge gegenüber. Es liegt in der Natur der Sache (und der Gebührenpolitik der Kreditkartenanbieter), dass im Kreditkartengeschäft das Verhältnis zwischen Zahlungen & Bargeldbezügen deutlicher zugunsten der bargeldlosen Variante ausfällt.  Wie schon erwähnt – die Abdeckung der bargeldlosen Bezahlmöglichkeiten im Präsenzgeschäft und im Online-Handel nimmt stetig zu. Selbst wenn aber in 99% der Geschäfte zukünftig bargeldlos mit Twint bezahlt werden könnte, bliebe dem Konsumenten für das verbleibende eine Prozent der Gang zu einem der 6’813 Bancomaten in der Schweiz nicht erspart. Und damit bleibt auch die Maestro- und Kreditkarte zwingend dort wo sie schon heute ist: im Portemonaie – wenn auch nur als Back-up.

Bargeldbezüge mit dem Smartphone könnten das Zünglein an der Waage für Twint werden

Wie überzeuge ich nun aber einen Endkunden davon, Eine Bezahlung via Twint und nicht mittels Maestro- oder Kreditkarte auszulösen, zumal der Bezahlvorgang am Point of Sales etabliert ist, die Prozesse dem Verkaufspersonal klar sind und die Erfahrungen beim Anwender durchwegs positiv waren? Die Antwort ist trivial und liegt auf der Hand: Indem ich ihn dort überzeuge wo er, meist ohne Zeitdruck, das immer noch benötigte Bargeld bezieht – am Geldautomaten.

Der geneigte Leser wird behaupten, dass ein Bargeldbezug mit einer mobilen Bezahllösung ein Widerspruch in sich darstellt. Dass dem nicht so ist beweisen diverse Initiativen im Ausland. In den USA und in China kann bereits heute ohne „Plastikkarte“ Bargeld bezogen werden. Die physische und die elektronische Welt haben dort bereits zusammengefunden.

Bancomat in China
Bancomat in China

Leider wird am Geldautomaten der China Construction Bank wohl auch in nächster Zukunft via Twint noch kein Geld bezogen werden können. Nutzer von Apple Pay oder Samsung Pay können hier aber die in diesem Zahlungsschema hinterlegte physische Kreditkarte getrost zu Hause lassen – der Bargeldbezug erfolgt hier bereits mit dem Smartphone. 

Es bleibt spannend zu beobachten, ob und wie schnell die Schweiz ihre knapp 7’000 Bancomaten umrüsten und im Sinne einer zwar nicht bargeldlosen, aber zunehmend kartenlosen Gesellschaft optimieren wird. Der moderne Kunde würde es danken.

 

 

Share Button
Mobile Payment

Contactless Payment: Wer gewinnt?

Der Themenbereich Mobile Payment ist an Dynamik, national oder international, momentant fast nicht zu überbieten.

Bereits vor Jahresende habe ich darüber berichtet, dass es der physischen Kreditkarte zunehmend an den Kragen geht. Nachfolgende Quellen liefern ein kurzes Update über die Geschehnisse der letzten Monate: Contactless Payment: Wer gewinnt? weiterlesen

Share Button
Apple Pay

Weg mit der Kreditkarte, ran an die Uhr!

Der bargeldlose Zahlungsverkehr ist in aller Munde. P2P, P2M, Mobile Commerce, Apple Pay – alles Begriffe, die in der „Digital Roadmap 2016“ vieler Schweizer Finanzinstitute auftauchen dürften.

Wo aber steht die Schweiz in diesem Kontext? Digital Payment hat hierzulande noch keine Beliebtheits-Trophäe gewinnen können – dieser Preis dürfte auf unserem Kontinent Richtung Norden gehen – nämlich nach Schweden, wo Noten und Münzen nur noch rund 2 Prozent des schwedischen Wirtschaftssystems ausmachen (verglichen mit 7.7% in den USA und 10% im Euro-Raum). Weg mit der Kreditkarte, ran an die Uhr! weiterlesen

Share Button