Bank-Kässli

Kinderkonto für Digital Kids

Das Bank-Kässeli ist DAS Kundenbindungs-Instrument der ersten Stunde. Wer erinnert sich nicht an diesen emotionalen Moment in der Kindheit, als der Schalterbeamte nach Weihnachten geschickt das Kässeli öffnet, um den Inhalt zu zählen und im Sparheft nachzutragen?  Die Antwort ist einfach: sämtliche Digital Natives!

Die Digitalisierung hat unaufhaltsam Einzug ins Kinderzimmer gehalten. Bereits vor 25 Jahren verdrängte der „Gameboy“ die Barbie- oder He-Man Puppe auf dem Wunschzettel an das Christkind. Der Kassenschlager des Jahres 1989 aus dem Hause Nintendo war bedeutend komplexer als beispielsweise die Tamagotchis, jene virtuellen Küken, um die man sich vom Zeitpunkt des Schlüpfens an wie um ein echtes Haustier kümmern musste und welche vor ziemlich genau 20 Jahren der Renner unter jedem Christbaum waren.

Als Beispiel für den nächsten Schritt in der Evolution dieser virtuellen Tiere könnte man auch Furby erwähnen, ein eulenartiges Plüschtier, welches seit 1998 bis in die Gegenwart aufgrund diverser Sensoren Geräusche von sich geben, tanzen, singen und Worte sprechen, und in der neusten Generation sogar via Smartphone-App mit seinem Besitzer in Interaktion treten kann. So kann Furby, wie nachfolgendes Video dokumentiert,  regelmässig via App gefüttert werden, um bei Laune gehalten zu werden:

Warum ich Ihnen diese Geschichte erzähle? Ganz einfach – das Sparkasseli ist seit Jahrzehnten stumm geblieben!

Kinder lieben die Interaktion mit der virtuellen Welt – ganz dem natürlichen Spieltrieb folgend. Das Sparkasseli hingegen ist, auch wenn es heute lustige Namen wie Topsy oder MisterMoney trägt mit einer einzigen mir bis heute bekannten Ausnahme stumm geblieben – CleverKash der ASB Bank in Neuseeland.

CleverKash ist ein innovatives halbdigitales Sparkässeli in Form eines Spielzeugelefanten – wie gemacht für Digital Natives.

Man kann es nicht nur mit Bargeld füttern – es zeigt auf seinem Bauch auch den aktuellen Kontostand des Kinderkontos an und kann mit der ASB Mobile Banking App interagieren – klingelt es?

Die Rahmenbedingungen wären auch in der Schweiz ideal und alle Bestandteile für einen schnellen Markteintritt vorhanden:

  • Mobile-Banking Apps zeigen den Kontostand
  • P2P Lösungen ermöglichen den schnellen Transfer von einem zum anderen Konto
  • Die Marketing-Budgets für die aktive Bewirtschaftung des Jugend-Segments sind prall gefüllt
  • Es existieren Förderangebote für anwendungsorientierte Forschung (z.B. KTI, Bern)
Es ist eine Frage der Zeit, bis Digital-Banking auch in der Schweiz seinen Siegeszug bis ins Kinderzimmer fortsetzt. Bis dahin darf das gute alte Kässeli weiter seinen Dienst tun, vor sich hin schweigen und fleissig Staub ansetzen.

 

 

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2 Gedanken zu „Kinderkonto für Digital Kids

  1. und doch lebt das Sparschwein noch: unsere Kids (2, 4, 6 Jahre alt) lieben es, ihre Sparschweine zu leeren und ihr gutes, reales, altmodisches und haptisches Grld zu zählen!

    1. Wie so oft in der multikanalen Welt versucht cleverkash den sowohl-als-auch Ansatz zu verfolgen. Meine Kiddies (7 und 9) haben ein Porzellan-Kasseli, würden aber nicht nur ihren Furby virtuell füttern wenn sie könnten.

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